Von California nach Heinsberg zum Maskenvergleich

Die Maskenpflicht war eine Frage der Zeit und der Bedarf an Atemschutzmasken in Deutschland wird steigen.

Es ist Anfang Februar. Der Flughafen in Zürich ist belebt wie eh und je, Menschen strömen durch das Terminal, scherzen, lachen, genießen entweder die Ankunft in der Heimat oder den Abflug in die ferne Welt. Ich bin gerade aus Köln gekommen und habe knapp 2 Stunden bevor mein Flieger nach Kalifornien abhebt. Genügend Zeit um noch etwas Schweizer Schokolade für den langen Flug nach Los Angeles einzukaufen. Die grenzenlose Auswahl köstlicher Süßigkeiten sollte meine aufkommenden Urlaubsgefühle eigentlich beflügeln, aber dann streift mein Blick eine Mutter mit ihrer jungen Tochter vor einer Luxus-Boutique. Während ich das richtige Schweizer Kleingeld zum bezahlen meiner Sprüngli zusammen suche, beobachte ich die Mutter dabei, wie sie erst ihrer Tochter und dann sich selbst den exklusiven Designer Mundschutz zurecht rückt. Als Vielreisender ist das eigentlich nichts außergewöhnliches für mich, zumal Mutter und Kind asiatischer Herkunft sind. Doch jetzt ist es anders. Seit mehr als einem Monat verfolge ich die internationalen Berichte über eine neue Lungenkrankheit in China, ähnlich dem SARS-Virus, die durch ihre hohe Ansteckungsgefahr und Mortalität von sich reden macht. In diesem Moment ereilt mich der Gedanke an einen Hustenanfall zehn Reihen hinter mir, welcher das Coronavirus durch die Klimaanlage in meine Nähe bläst und mich mit Covid-19 ansteckt. Nach 12 Stunden Flug wäre die Verweigerung der Einreise in die USA ziemlich ärgerlich. 

Ein direkter Rückflug, ohne die kalifornische Sonne auch nur einmal auf der Haut gespürt zu haben, sollte mir jedoch erspart bleiben. 

Der Flug nach L.A. bedeutete die Erfüllung eines Kindheitstraums. Daher war ich sehr aufgeregt und fröhlich an meinem Sitzplatz im vorderen Teil der Maschine angekommen, wo ich die lange Flugzeit den Komfort der Business Class genießen durfte (Danke Marco!). Doch dann wurde meine Vorfreude wieder von der Realität eingeholt – der letzte Gast bei dieser Flugreise erschien mit Atemschutzmaske und Gummihandschuhen – wieder konfrontierte ich mich mit dem unsichtbaren Feind, ein Virus, das für die Wahrnehmung der westlichen Welt bis zu diesem Zeitpunkt nur ein chinesisches Problem darstellte, auch wenn erste Szenarien der WHO auf etwas „Großes“ hindeuten liessen. 

FFP2  Atemschutzmaske – Online bestellen

Da ich immer durchweg positiv denke, verwarf ich die Möglichkeit einer Infektion jedoch schnell und diskutierte mit meinem Sitznachbarn, ob das Tragen einer Maske gegen Corona helfen kann. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, das knapp 6 Wochen später die Welt eine andere sein wird und ich online Schutzmasken in China bestellen würde. 

In den folgenden zwölf Stunden rückte das Coronavirus in den Hintergrund, mich erwarteten zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden. Schließlich war es meine letzte Reise vor einem unvergleichlichen Shutdown. So träumte ich von Beverly Hills, dem Hollywood Boulevard und einem Strandtag in Santa Monica. 

In Los Angeles angekommen, sollte ich am Flughafen zum letzten Mal mit der sich bereits ausbreitenden Corona-Krise Berührung haben, zumindest für zwei Wochen. Die USA hatten zu diesem Zeitpunkt bereits Maßnahmen getroffen, im LAX waren alle Flughafenmitarbeiter mit Einweghandschuhen und medizinischem Mundschutz ausgestattet, überall war Desinfektionsmittel über Spender zugänglich und das Personal sorgte für entsprechende Abstände zwischen den Reisenden. Umso erstaunlicher, das die Vereinigten Staaten aktuell eine so hohe Infektionsrate haben. 

Der Zoll lag hinter mir, die letzten Sonnenstrahlen des Tages erhaschte ich noch zwischen Terminal Ausgang und Mietwagen Zentrale. Von vielen einmaligen Eindrücken, die ich aus Kalifornien mitnehmen durfte, werde ich den Besuch des Getty Museums, ein Abendessen im Nobu in Malibu sowie einen Cabrio-Trip durch die Mojave Wüste zum Aerosmith Konzert nach Las Vegas ganz besonders in Erinnerung halten.

 Von Kalifornien nach Heinsberg – Coronavirus vor der Tür

Bei meiner Rückkehr nach Deutschland war das Coronavirus in seiner Ausbreitung schon vorangeschritten, es hatte tatsächlich meinen Geburtsort Heinsberg getroffen. Auf einer Karnevalssitzung in Gangelt wurden keine Kamelle aber Corona-Viren verteilt. Seit dieser Infektionskette entwickelt sich Nordrhein-Westfalen zur Hochburg für Coronavirus-Infizierte in Deutschland und Heinsberg zum EPI-Zentrum der Republik.

Ich lebe in Spanien und wollte eigentlich nur zum Geburtstag meiner Mutter einige Tage in Heinsberg bleiben, um Mitte März wieder Richtung Süden zu fliegen. Durch die Entwicklung seit Anfang März verweile ich stattdessen in der Heimat, mitten drin statt nur dabei, sorge mich sehr um das Wohlbefinden der vielen älteren Bekannten von mir, die zurzeit in den Hochburgen der Corona-Infektionen leben und warte auf die Rückkehr zu einer relativen Normalität.

Die Erde dreht sich zwar noch, aber die Welt steht still.

Nach meinem Urlaub in der kalifornischen Frühjahrssonne (und der verbundenen Entspannung) war ich plötzlich in einem Thriller gelandet, der an die Hollywoodfilme Outbreak und Contagion erinnert. Mitten im Krisengebiet leben meine Eltern, an der niederländischen Grenze, nur 6 Kilometer von Gangelt und 10 Kilometer von Heinsberg entfernt. So kann ich aus erster Hand berichten und erzählen, wie sich die Corona-Krise in Heinsberg lokal zuträgt.

Nach Bekanntgabe des ersten Covid-19-Patienten im Kreis Heinsberg wurden die Regale von Supermärkten und Baumärkten ihres Toilettenpapiers, ihrer Küchenrollen und ihrer Hygieneartikel binnen kürzester Zeit beraubt. Persönliche Schutzausrüstung wie zum Beispiel Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel oder Einmalhandschuhe sind sowohl auf deutscher als auf holländischer Seite nahezu ausverkauft ( insbesondere Schutzmasken sind nicht erhältlich ) – und das seit Ende Februar. 

Hier beginnt meine Suche nach Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und Toilettenpapier

Was macht man, wenn der Einzelhandel keine Masken auf Lager hat? Ich habe angefangen online nach Atemschutzmasken zu suchen, erst bei Amazon, dann bei Ebay. Doch die Preise für einen chirurgischen Mundschutz, eine FFP2 oder FFP3 Maske und für anderen Schutzbedarf sind seit dem Ausbruch der Pandemie explodiert. Neben den unverschämt hohen Preise für eine Schutzmaske sind vor allem die Lieferzeiten, diese liegen teilweise bei 4-6 Wochen, extrem lang und nicht für umgehende Schutzmaßnahmen geeignet. Somit blieb mir nur ein letzter Rettungsanker, die Flucht nach vorne, der Erwerb von Masken direkt an der Quelle, bei Chinas gigantischer Menge von Produktionsstandorten für Atemschutzmasken und medizinischen Schutzbedarf. Es sollen aktuell fast 50.000 Hersteller und Händler medizinischen Mundschutz & FFP Masken produzieren oder verkaufen. 

Vor einigen Jahren habe ich Segways aus China nach Spanien importiert und wusste daher die Antwort, um trotz der Schwierigkeiten in der Coronavirus-Krise an Masken zu kommen – Alibaba. Nein, nicht der Dieb aus 1001 Nacht, sondern die chinesische Plattform für Händler und Produkte aller Art. 

Direkt beim Hersteller Masken kaufen 

Auf alibaba.com wurde ich dann schnell fündig, etwa eine Million Anbieter für N95 Masken, FFP2 Mundschutz oder medizinische Atemschutzmasken verkaufen zur Zeit ihre Produkte auf der Handelsplattform. Leider waren bei der Hälfte aller Anbieter die Angebotspreise nicht mehr aktuell. Die Maskenpreise entsprachen den Marktpreisen vom letzten November, wodurch ich mit Hunderten(!) Verkäufern kommunizierte, bis ich eine seriöse, geschäftliche Basis fand, um eine erste Bestellung für chirurgische Masken zu vollziehen. Auch wenn bei Alibaba die Ware bis zur Lieferung versichert ist und das Risiko gering ist, wollte ich doch nicht enttäuscht werden, minderwertige Ware erhalten oder zusätzliche Kosten im Nachhinein haben. Zu meiner Überraschung kamen die 200 Masken schon 7 Tage nach der Bestellung in Heinsberg an. Endlich konnte ich meine Eltern, meine Schwester und ihre Kinder mit Schutzmasken versorgen. Für Freunde in der Risikogruppe schnürte ich einige Pflegemittelpackungen mit Mundschutz, Einmalhandschuhen und Desinfektionsmittel. Nach erfolgreichem Test bestellte ich eine weitere Lieferung, diesmal mit 2.000 Masken und nicht an mich adressiert, sondern direkt an zwei Kliniken in München. Auch hier verlief die Bestellung einwandfrei und die Lieferung aus Ningbo erreichte Bayern innerhalb einer Woche. 

Atemschutzmaske in China bestellen 

Man sollte denken, wie ist es möglich, dass ich ich in China tausende Masken bestellen und die Bundesregierung im eigenen Land nicht ausreichend Schutzmaterial zur Verfügung stellen kann – insbesondere bei den Wucherpreisen, die augenblicklich hier für FFP Masken gezahlt werden, müssten eigentlich Dutzende Lufthansa Maschinen zwischen Berlin und China unterwegs sein, um Schutzbedarf direkt an das Land zu liefern und nicht über Zwischenhändler, die den Produktionspreis für Masken bis zur Ankunft in Deutschland verzehnfachen! 

Auch wenn das Krisenmanagement in Deutschland hinterfragt werden muss, so habe ich nach der zweiten Lieferung aus China erfahren, warum es zur Zeit schwierig ist, zuverlässige Hersteller für Atemschutzmasken zu finden. Der Karton mit Masken war gerade in München am Ziel, die nächste Bestellung sollte folgen. Also klickte ich auf die Profilseite meines Lieferanten bei Alibaba, doch zu meinem Verwundern fand ich keine Masken oder andere Schutzmittel im Onlineshop, statt dessen waren nur Duschvorhänge in verschiedenen Designs vorhanden. Nach kurzem Austausch mit dem chinesischen Agenten und einer tiefergehenden Recherche auf der Plattform fand ich heraus, das Alibaba alle Produkte löscht, die nicht direkt von einem Produzenten angeboten werden. Damit will der Konzern den Betrug und Wucher um Schutzmasken eindämmen bzw. begrenzen. Tausende Produkte, die eben online waren, zeigten jetzt nur noch eine Fehlermeldung über das Nichtvorhandensein des Schutzbedarfs. An dieser Stelle entschied ich mich dagegen, eine weitere Maskenbestellung vorzunehmen. 

Atemschutzmasken im Internet suchen

Arzt mit Mundschutz und Coronavirus-Modell

Beim ersten Einkauf in China habe ich genügend Masken kaufen können, um für eine mögliche Maskenpflicht in Deutschland einige Wochen gewappnet zu sein. 

Trotzdem habe ich weiterhin nach Masken im Internet gesucht, einfach um mich weiter zu informieren, neue Modelle zu entdecken und eventuell einige Schnäppchen zu finden. Im Zuge dessen habe ich Masken zur Wiederverwendung bei Amazon gefunden, die auf Lager waren und innerhalb von 24 Stunden per Express versendet werden sollten.

Da ich ab und zu mit dem Rennrad durch die Stadt fahre, habe ich schon immer eine Nylonmaske mit Atemschutzventil gesucht, um den Umweltbelastungen im Straßenverkehr zu entgegnen. Die Schutzmasken mit Wechselfilter haben meinen Geschmack getroffen und bieten dank wechselbarer Filter FFP Schutz gegen Viren und Bakterien. 

Der wiederverwendbare Mundschutz kam nie an! Nach 4 Tagen erhielt ich eine Nachricht, dass die Sendung leider wieder zurück gegangen sei. Die Schutzmaske mit Luftfilter habe ich dann auf Alibaba gesucht und gefunden. Nach 10 Tagen kam diese per Expressversand in Heinsberg an und ich hoffte auf die so wunderschön beschrieben und bewertete Maske aus China. Nun ja, leider gibt es wohl auch auf Alibaba Fake-Bewertungen, denn der Gummigeruch der Schutzmaske ist nicht zu ertragen. Es ist als ob man einen Autoreifen vor der Nase hat. Grundsätzlich finde ich diese Art von Masken vorteilhaft. Sie sind einfach aufzusetzen, mit einiger Übung ist der Filterwechsel schnell vollbracht und die Maske wieder einsatzfähig. In meinen Augen ist die mehrfache Verwendung von Schutzmasken nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern vor allem die einzige wirkliche, bezahlbare Möglichkeit, sich selbst und seine Familie vor der Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Allerdings war dieses Modell nicht ansatzweise hochwertig genug, um es ständig zu benutzen – das Material erinnerte mich an eine Adidas-Schuh-Kopie von Wish, die auch nach Monaten noch extrem nach Gummi stank. Somit geht die Suche nach dem perfekten Mundschutz weiter…

In diesem Sinne alles Gute, beste Gesundheit und viel Spaß auf unserem Blog. 

Hier finden Sie den Masken-Vergleich mit zahlreichen Modellen

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